
Die Knoten beim Occhi machen großen Spaß, wenn da nur die lästigen Fadenenden nicht wären. In diesem Beitrag zeige ich Dir verschiedene Methoden wie Du die Fäden verschwinden lassen kannst. Jede Methode hat ihre Vor- und Nachteile und verschiedene Methoden eignen sich für Verschiedene Arten von Occhiarbeiten. Ich selbst nutze meistens eine Kombination aus verschiedenen Methoden. Es gibt da kein Richtig und Falsch. Mach das, was für Dich funktioniert.
Abschneiden und Kleben
Man schneidet die Fadenenden so knapp wie möglich ab und fixiert sie mit Textilkleber. Wer mit Synthetikgarn arbeitet kann auch einfach die Enden mit einem Feuerzeug schmelzen.
Vorteile:
- einfach
- schnell
- Occhiarbeit verzieht sich nicht
- muss nicht vorher geplant werden
Nachteile:
- wenig haltbar
- Kleber enthält Kunststoff oder andere unerwünschte Stoffe
Gut geeignet für
- kleine Dekoteile ohne Hautkontakt
- Mehrfarbige Teile mit vielen Enden
- Teile ohne mechanische Belastung
Fäden vernähen
Man fädelt die Fäden einzeln in eine Nadel und zieht sie auf der Rückseite der Arbeit in vier oder fünf Knoten ein. Schneide die Fäden vorher nicht zu kurz ab, damit Du bequem arbeiten kannst. Die Nadel muss zwei Voraussetzungen erfüllen:
Das Nadelöhr muss groß genug sein, damit der Occhifaden hindurch passt.
Die Nadel muss insgesamt dünn genug sein, um durch die Knoten zu passen.
Alternativ kann man die Fadenenden aufdröseln und die Hälften einzeln vernähen. Das dauert länger, aber die Gefahr des Verziehens ist wesentlich geringer. Im folgenden Bild sieht man, rechts, wie ein Ende aufgedröselt wurde.

Wenn die Rückseite nicht perfekt sein muss (z.B. bei Deckchen, die immer mit der gleichen Seite nach oben liegen), kann man die Fäden auch sichtbar auch der Rückseite vernähen. Das heißt man sticht z.B. nur in jeden zweiten halben Knoten oder nur in jeden dritten Doppelknoten ein. Dabei kann man den Faden länger lassen und über mehrere Elemente hinweg vernähen. Das wird besonders haltbar.
Vorteile:
- haltbar
- muss nicht vorher geplant werden
Nachteile:
- fummelig
- zeitintensiv
- funktioniert nur mit relativ lockeren Knoten
- Occhiarbeit kann sich verziehen
- Passende Nadel nötig
Gut geeignet für
- einfarbige mittlere bis große Teile
Der Stern rechts im folgenden Bild hat sich beim Vernähen eines Fadens verzogen, weil die Nadel zu dick war. Bei diesem kleinen Motiv fällt das besonders auf. Bei den beiden nächsten Techniken (Überschürzen und Einziehfäden) passiert das nicht so leicht.

Überschürzen
Das Überschürzen habe ich hier schon erklärt.

Vorteile:
- haltbar
- kein Versäubern am Ende
- Occhiarbeit verzieht sich nicht
Nachteile:
- nicht an allen Stellen möglich
- stört den Flow
Gut geeignet für
- einfarbige Teile
- Teile mit wenig Farbwechsel
Einziehfäden
Man führt beim Knoten an den passenden Stellen in der Occhiarbeit einen Bindfaden mit, den man zu einer Schlaufe gelegt hat. Den Occhifaden fädelt man später durch die Schlaufe. Dann zieht man den Bindfaden an den beiden Enden beherzt durch die Knoten. Dabei zieht die Schlaufe den Occhifaden mit. Die Schlaufe sollte dabei auf keinen Fall dicht am letzten Knoten sitzen, sondern so weit vom letzten Knoten entfernt sein, wie der Weg durch die Knoten lang ist. In der Anleitung für die fünf Ice Cream Minis habe ich die Einziehfäden ausführlich erklärt.

Vorteile:
- haltbar
- kein Versäubern am Ende
- Occhiarbeit verzieht sich nicht
Nachteile:
- erfordert Planung
- Einziehfaden kann reißen
Gut geeignet für
- jede Occhiarbeit
Welches ist Deine Lieblingsmethode? Schreibe mir gerne einen Kommentar.