Kordeln selber machen – Wie Du ganz einfach zu Hause zwei Fäden verzwirnst.

Eine zweifädige grüne Kordel aus Wolle auf einem Holztisch in der Sonne

English translation coming soon…

Kordeln kann man natürlich fertig kaufen, aber manchmal findet man keine, die zu den übrigen Materialien passt. Eine einfache Lösung ist hier, die Kordel selbst zu machen aus dem Garn, mit dem man sowieso gerade strickt oder häkelt. Ich liebe außerdem den faszinierenden Moment, wenn sich das Garn um sich selbst wickelt.

Tolle Effekte entstehen, wenn man unterschiedliche Materialien kombiniert. Man kann z.B. dickes mit dünnem Garn kombinieren. Oder Wolle mit einem einen Stück Schleifenband verheiraten. Du kannst hier mit wenig Aufwand richtig kreativ werden.

Die Kordeln kannst Du z.B. für Strick- oder Häkelmodelle als Bindeband, dekorative Schleife oder stabilen Aufhänger verwenden. Auch bei vielen genähten Stücken werden Kordeln oder Bänder verarbeitet. Besonders schöne Kordeln verzieren als Girlande die Wand oder einen Türrahmen.

Wie ging das nochmal mit der Kordel?

  1. Vorbereitung

    Für eine ca. 80 cm langen Kordel bindest Du ein 2 m langes Stück Wolle an einen Türgriff.

  2. Drehen

    Halte es leicht gespannt und drehe es 50 x in Zwirnrichtung. Die Zwirnrichtung ist die Richtung, in die Das Garn sowieso schon gedreht ist.
    Solltest Du in die falsche Richtung drehen, wirst Du es schnell bemerken, da Du dadurch das Garn „aufdrehst“ und sich das Ende Deines Wollstücks teilt wie auf dem Foto. Sobald Du in Zwirnrichtung drehst, drehst Du die einzelnen Enden wieder zusammen.
    Bei Schleifenbändern oder manchen einfädigen Garnen spielt die Drehrichtung keine Rolle.Ein ausgefranster grüner Wollfaden auf einem Holztisch in der Sonne

  3. Los lassen

    Gehe zum Türgriff, halte dabei das Wollstück mit einer Hand in der Mitte fest, lege mit der anderen Hand die beiden Enden zusammen. Dann lasse die Mitte los.
    Tada: Die Wolle verdreht sich mit sich selbst.

  4. Abschluss

    Zupfe die Kordel vorsichtig zurecht, bis die beiden Fäden gleichmäßig umeinander gedreht liegen. Das Ende der Kordel kannst Du mit einem Knoten fixieren.



Aus zwei fertigen Kordeln kannst Du auf die Gleiche Weise eine noch dickere Kordel herstellen oder diese wie oben schon erwähnt mit anderen Materialien kombinieren. Natürlich kannst Du auch mit der Zahl der Drehungen spielen und so Deine Kordel mehr oder weniger stark verzwirnen.

Zu wissen, wie man eine Kordel macht, ist nicht nur praktisch sondern vertieft auch unser Verständnis für unsere Handarbeitsgarne. Nicht nur viele Strick- und Häkelgarne sondern auch Nähgarn entsteht nach dem gleichen Prinzip. Das Verzwirnen von Einzelsträngen sorgt für höhere Stabilität und/oder besondere Effekte. Wenn Du weißt, wie Dein Garn aufgebaut ist, kannst Du es auch für Deine Zwecke auseinander nehmen. Wir z.B. bei sechs-fähigem Stickgarn, das häufig für feinere Stickereien geteilt wird.

In diesem Artikel habe ich nur an der Oberfläche gekratzt. Möchtest Du noch mehr über Garne und Ihre Eigenschaften erfahren? Lass es mich in den Kommentaren wissen.

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